Eine ganze Schule übt Leben retten

Gleich zwei außerordentliche Projekttage hat das Gymnasium Mariengarden tatkräftig unterstützt von der Schulpflegschaft dem Thema „Reanimation“ gewidmet: In einem gemeinsamen Projekt der Schule mit Reanimationstrainern, Ärzten und Pflegekräften des Klinikums Westmünsterland trainierte am Montag und Dienstag dieser Woche (27./28.6.) die komplette Schülerschaft Wiederbelebungsmaßnahmen im Falle eines plötzlichen Herzstillstands.

Und dementsprechend war einiges los: An Dutzenden Übungspuppen galt es, im richtigen Rhythmus, an der richtigen Stelle und mit dem richtigen Krafteinsatz eine effektive Herzdruckmassage einzuüben – eine anstrengende und schweißtreibende Sache. Nachdem die erste Scheu überwunden war, waren auch die Kleinsten der rund 700 Beteiligten beherzt bei der „Arbeit“ – und wurden anschließend mit belegten Brötchen, Gummibären und Apfelschorle belohnt, während die Schulband den ganzen Tag zwischendurch für gute Laune sorgte.

„Fünf Minuten sind nicht viel im Leben eines Menschen. In nur fünf Minuten kann sich aber entscheiden, ob ein Leben abrupt endet oder weitergeht“, gaben die anwesenden Ärzte den Schülern mit auf den Weg. Ohne Herzdruckmassage sei ein Überleben nach einem plötzlichen Herzstillstand unwahrscheinlich, denn der Rettungsdienst könne fast nie innerhalb dieser kurzen Zeitspanne vor Ort sein. Werde jedoch sofort beherzt mit der Wiederbelebung begonnen, so verdoppele bis verdreifache sich die Überlebenschance.

Das Gymnasium Mariengarden engagiert sich – etwa mit dem Aufbau eines eigenen Schulsanitätsdienstes – schon seit Längeren im Bereich „Reanimation“. Die Projekttage in Burlo sind für alle Beteiligten eine Herzensangelegenheit, denn die beteiligten Mediziner und Pfleger sind nicht nur zum Teil selbst ehemalige Schüler, auch viele ihrer Kinder besuchen inzwischen das Gymnasium.

Nun soll das durch eine Komplettschulung aller Lehrer und Schüler sowie durch die regelhafte Wiederholungsschulung weiter ausgebaut werden. Als eine der ersten Schulen kommt Mariengarden damit einer entsprechenden Empfehlung der Kultusministerkonferenz nach.

Einen Beitrag von BorioTV findet man hier.

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