Im Differenzierungsfach Physik / Informatik gibt es in der Klasse 10 zu Beginn des zweiten Halbjahres ein etwa zweimonatiges Programmierpraktikum, in dem die Schüler lernen, an einem ausgewählten Projekt in kleinen Gruppen so zu arbeiten, wie es in der Praxis im realen Unternehmen im Bereich der agilen Programmentwicklung auch passiert. Seit über 10 Jahren gibt es dafür eine Kooperation zwischen dem Gymnasium Mariengarden und der Firma d.velop.

Traditionell fährt der Kurs – dieses Jahr ist die Gruppe mit neun Schülern und einer Schülerin recht klein, aber leistungsstark – dafür einen Vormittag nach Gescher auf den d.velop Campus, um bei bester Verpflegung in Präsentationen und Besichtigungen den Betrieb kennenzulernen, sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und die Inhalte des Praktikums zu erfahren. Vieles wurde dabei von aktuell Auszubildenden bzw. Studierenden übernommen, deren Begeisterung und Engagement für „ihren“ Betrieb schnell deutlich wurde.
Es wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, Praktika im Unternehmen zu belegen oder nach dem Abitur eine Ausbildung oder ein duales Studium vor Ort zu starten. Die Möglichkeiten auf dem sich entwickelnden Firmengelände sind sehr vielfältig und familienfreundlich – ein Hauch von amerikanischem Unternehmenskultur aus dem Silicon Valley ist deutlich zu spüren.

Mit Herrn Rudde betreute uns ein ehemaliger Mariengardener (Abi 1990), der auch die Vorstellung der Praktikumsinhalte mit den einzelnen wählbaren Projekten übernahm. Diese entwickeln sich aufeinander aufbauend in sogenannten Userstories, so dass von Anfang an klar abgesprochene Ergebnisse geliefert werden müssen. Verwendet wird die Programmiersprache Python mit der Entwicklungsumgebung Thonny.
In den kleinen Arbeitsgruppen werden Pläne erstellt und Aufgaben verteilt. Onlinerecherchen müssen organisiert und die KI befragt werden. Dabei ist es wichtig, die Rolle der KI klar zu begrenzen: für Routineaufgaben gerne, aber der Quelltext muss in vollem Umfang von den Gruppen erläutert und auskommentiert werden. Darauf wird vor allem Herr Ertner achten. Und wenn es einmal hakt, so steht mit Herrn Rudde ein erfahrener und durchaus leidenschaftlicher Programmierer per Mail oder an manchen Tagen auch persönlich zur Verfügung, um spezielle Fragen zur Programmierung ausführlich und schülerfreundlich zu besprechen. Besondere Stunden werden die beiden Reviews sein, in denen die Gruppen ihre Ergebnisse und Fortschritte präsentieren.