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Weimarer Kulturexpress thematisierte Mobbing in der Schule

In der vergangenen Woche hatten die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen des Gymnasiums Mariengarden einmal Gelegenheit, Theater hautnah zu erleben. Dazu mussten sie nicht einmal weite Wege zurücklegen, das Theater kam nämlich direkt in die Schule und zwar durch das Theaterensemble des Weimarer Kulturexpresses.

Unterstützt durch den Förderverein der Schule und die Sparkasse Westmünsterland konnte das freie Jugendtourneetheater in diesem Jahr zum ersten Mal im Forum Mariengarden Station machen. Der Weimarer Kulturexpress ist dafür bekannt, mit seinen Aufführungen Probleme von Kindern und Jugendlichen zu thematisieren und gleichzeitig Spaß am Theater zu vermitteln.

In dem Stück „Mobbing – wenn Ausgrenzung einsam macht“ treffen zwei sehr unterschiedliche Mädchen aufeinander, die mit Beginn des neuen Schuljahres in der Schule nebeneinander sitzen. Während Franziska (Bettina Brezinski ) laut, selbstsicher und attraktiv ist, ist Laura (Stefanie Masnik) eher still, unsicher und unauffällig. Die eine leidet unter der Übertoleranz, mangelnder Aufmerksamkeit und dem Fehlen von Anerkennung der Eltern. Die andere hat durch die allzu große Fürsorge ihrer Eltern nie gelernt, sich durchzusetzen und fühlt sich bei Konflikten stets schuldig. Beide wollen in der Schule sehr gute Leistungen erbringen, was immer wieder zu Problemen zwischen den beiden führt. Im Laufe der Zeit wird jedoch aus harmloser Stichelei knallharter Psychoterror bis hin zum Cyber-Mobbing.

Die 120 Sechstklässler konnten ausdrucksstark miterleben, was Mobbing bei den betroffenen Menschen anrichten kann. Auch im anschließenden Gespräch fanden die Darstellerinnen leichten Zugang zu den Schülerinnen und Schülern. Warum werden Menschen zu Opfern? Was bringt Menschen dazu, andere fertig zu machen? Wie kann man sich als Opfer wehren? Über all diese Fragen wurde im Anschluss an die Aufführung mit den beiden Schauspielerinnen rege diskutiert – und sicherlich auch noch später. Und so fand nicht nur das Schulseelsorger- und Beratungslehrerteam in Mariengarden die Aktion für die Zukunft unbedingt wiederholenswert.

 

Liebe Jelena Sergejewna

Drama „Liebe Jelena Sergejewna“ im Forum Mariengarden in Borken-Burlo
Scheiterte der Sozialismus an der Satanität des Menschen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich die junge Russin Ljudmila Rasumowskaja bereits Ende der 1970er Jahre und wagte noch unter Breschnew das Drama „Liebe Jelena Sergejewna“, das das Schauspiel-Ensemble des Gymnasiums Mariengarden unter der Regie von Sascha Dücker am Mittwoch, dem 20.03.2013, sowie am Donnerstag, dem 21.03.2013, jeweils um 19:30 Uhr, im Forum Mariengarden aufführen wird. Worum geht’s? Und geht’s uns nicht doch alle etwas an?  Vier Absolventen einer zehnten Klasse haben ihre schriftlichen Abschlussprüfungen abgelegt, deren Bewertung über ihre berufliche Karriere entscheiden wird. Da statten sie ihrer langjährigen, zwar in die Jahre gekommenen, aber für die Ideale des Sozialismus/Humanismus unermüdlich streitenden Mathematiklehrerin Jelena Sergejewna, zu deren großer Überraschung und Freude einen Geburtstagsbesuch ab. Jelena nimmt gerührt die Blumen entgegen und will sich schon an den Früchten ihrer engagierten Pädagogik weiden, als aus dem Glück der Gastgeberin ein  Alptraum aufzusteigen droht . . .

Das Stück fiel in der damaligen Sowjetunion konsequent der Zensur zum Opfer und durfte erst unter Gorbatschow wieder ins Repertoire aufgenommen werden. Vielleicht auch deshalb, weil die (Ab-)Gründe des Scheiterns des Sozialismus, die des Gelingens des Kapitalismus  sind? Wer sich bilden und zu dieser Frage selbst ein Urteil bilden, wer einen „Tatort“-Abend live und spannendste  Dramaturgie mit herausragenden Schauspielern erleben möchte, der würde all dies entbehren, wenn er zuhause bliebe und sich nicht aufschwänge. Dafür erschwingliche Eintrittspreise: 2 € für Schüler (ab 14 J. empfohlen) und Studenten, 3 € für Erwachsene.

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Kineater?

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In ihrem Deutschunterricht bei Frau Heuveldop entdeckte die Klasse 9b das Stück „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch – und stellt jetzt ihre Kineater genannte Vorführungsform für Eltern, Verwandte, Freunde und Mitschüler auf die Bühne. Am 26. Juni um 19:30 Uhr und für die Schüler der Jahrgangstufe 9, der EPh und Q1 am 28. Juni nach der großen Pause um 10:35 Uhr nimmt das Drama auf der Bühne des Forums seinen Lauf.

Theater im Forum: Kollaboration

Schon jetzt machen wir auf die erste Theaterveranstaltung im Forum Mariengarden aufmerksam:

KOLLABORATION

Wie schon in seinem „Fall Furtwängler“ setzt sich OSCAR-Preisträger Ronald Harwood in „Kollaboration“ mit der Haltung eines großen deutschen Komponisten während des Dritten Reichs auseinander. Richard Strauss, der Komponist des „Rosenkavalier“, will seinen jüdischen Librettisten, den Bestsellerautor Stefan Zweig, nicht verlieren, mit dem er gerade an seiner komischen Oper „Die schweigsame Frau“ arbeitet, er wird aber von den Nazis wegen seiner jüdischen Schwiegertochter erpresst.

Mit Peter Bause als Richard Strauss und Matthias Freihof als Stefan Zweig ist Regisseur Wolfgang Engel eine wunderbar ausgewogene Inszenierung gelungen von komödiantischen Anfang über die Schwierigkeiten bei der Uraufführung der Oper, dem Selbstmord von Stefan Zweig in Brasilien, bis zur Befragung von Richard Strauss vor der Entnazifizierungskammer 1948. Diese Produktion wurde 2010 von der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen mit dem 2. INTHEGA-Preis ausgezeichnet.

„Kollaboration“ geht am 12.03.2012 um 20.00 im Forum Mariengarden über die Bühne. Wolfgang Engel inszenierte die Produktion des Theaters am Rathaus Essen. Bühnenbild und Kostüme sind von Horst Vogelgesang.
Kollaboration