Demokratie gestalten…! – Politik in der Jugend

Die Politik ist ein sehr interessanter, komplexer, aber auch aufregender Themenbereich. Sie begegnet uns täglich im Alltag, sie leitet schon gar den Alltag. Dazu gehört beispielsweise auch unser Schulsystem oder viele Projekte, die vom Staat gefördert/finanziert werden. Das Thema Politik scheint für die meisten Schüler sehr realitätsfern und wird dabei oft als uninteressant oder nicht so wichtig empfunden, weil man als Jugendlicher meint, man habe keine richtige Chance, sich in der Politik mit einzubinden. Dieser Anschein ist falsch, es gibt sehr wohl viele Wege, die „Demokratie zu gestalten“, in der Politik mitzuwirken, um einen gemeinsamen Weg, aus allen verschiedenen Meinungen zu konstruieren.

Zu diesem Thema habe ich Fabian Nienhaus, einen Schüler aus der Q2 am Gymnasium Mariengarden interviewt. Fabian ist mit 18 Jahren Mitglied der „Grünen“ geworden und erzählt mir vor seinen Erfahrungen, Eindrücken, seiner Sichtweise der Gestaltungsmöglichkeiten für junge Leute und von vielem mehr.

Ein Projekt der Volksbank hat im Jahr 2017 sein Interesse an der Politik geweckt. Das Leitthema der Veranstaltung hieß „Demokratie gestalten“. Ich habe selbst an der Veranstaltung teilgenommen und es war höchstinteressant, sich den Fragen der Politik über spannende Diskussionen zu stellen. Hierbei hatten wir die Chance, gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Fragen und Anregungen im politischen Bereich, aber auch bezogen  auf alltägliche Themen, wie zum Beispiel der Gestaltung des Borkener Marktplatzes zu diskutieren.

Fabian reizt es, seine eigene Meinung zu vertreten und diese mit Hilfe der anderen Positionen zu erweitern, wodurch ein Gemeinschaftsbild entsteht. Der schnellste Weg, sich politisch zu engagieren, sei es in eine Partei einzutreten, um Impulse innerhalb der Partei zu geben, die diese nach außen hin prägt und trägt, sagt Fabian. Um in eine Partei einzutreten, wie beispielsweise der CDU, SPD, den Grünen o.ä. braucht man keinerlei Qualifikationen, lediglich eine Voraussetzung: Die Parteien haben eine Altersgrenze, die meist bei 14 Jahren liegt, dennoch untereinander variiert. Hiernach kommen die Jugendlichen zunächst in die parteinahen Jugendorganisationen (CDU: Junge Union;SPD Jusos;…).

„Welche Verpflichtungen hat man innerhalb der Partei oder besser gesagt, welche Aufgaben hat man?“ :
Man trifft sich 3-4 mal im Monat mit den Vertretern der Partei innerhalb der Orts oder Kreisverbände.

Hierbei bespricht man diverse Themen, wie die Planung von Projekten (Stadtplanung, Haushalt…), man diskutiert viel und man versucht sich ständig durch die Meinung anderer als Partei zu entwickeln.

Darüber hinaus habe man die Möglichkeit, sich für AG`S einzutragen. Fabian selbst ist in der AG für Soziales, in der man sich über die Themen Bildung- und Gesundheitssystem Gedanken macht, um diese weiterzuentwickeln. Fabian möchte besonders diese Themenbereiche in der Partei fördern, weil es ihm wichtig ist, gerade hier seine Sicht auf soziale Aspekte zu integrieren und die Stimme seiner Partei bei diesen Themen in der Ortspolitik verstärken möchte. Auch wenn es teilweise Unstimmigkeiten gibt, kommt man am Ende auf einen gemeinsamen Nenner. Denn durch die daraus entstehenden Diskussionen werden Ansichten modifiziert und das Gesamtbild der Partei verändert/verbessert sich. Laut Fabian lebt die Demokratie grade von diesen Diskussionen.

Seinen weiteren Werdegang stellt er sich nicht als Politiker vor, sein Herz ist der Medizin gewidmet, dennoch möchte er sich weiterhin politisch engagieren.

Ich fragte ihn, welche Chancen ein Schüler hat, um sich politisch zu beteiligen und mitzumachen, worauf er mir folgendes sagte: Man muss sich für die Politik „begeistern“, man muss gerade die kritischen Seiten in der Welt betrachten, Probleme ansprechen (beispielsweise Baustellen im Bildungssystem), neugierig sein, zukunftsorientiert denken und mit offenen Augen durch die Welt gehen, denn nur dann lässt sich eine differenzierte Meinung über ein bestimmtes Thema, über das man sich zunächst interessiert und informiert, bilden. Wenn man sich informieren oder bilden möchte, lassen sich laut Fabian Reden der Politiker oder das Wahlprogramm der jeweiligen Partei im Internet finden, die man vergleichen kann, um zu sehen, mit welcher Partei man sich identifizieren kann.

Außerdem solle man in Diskussionen mit Mitschülern, Lehrern o.ä. treten, um sich auch mal mit konträren Meinungsbildern auseinander zu setzen. Wenn man anschließend der Meinung ist, in eine Partei treten zu wollen, um sich politisch zu engagieren, so sollte man den Kontakt zu Politikern knüpfen oder/und schließlich in eine Partei eintreten.

Aber auch an unserer Schule wird uns viel über die Politik gelehrt, sei es in den Fächern Politik, Sozialwissenschaft, Philosophie, Religion, aber gerade auch in Geschichte, denn laut Fabian sei dies der Grundstein, für alle Positionen/Parteien heutzutage. Aus der Geschichte lässt sich vieles lernen und viel Neues schöpfen, daher ist gerade dieses Fach enorm wichtig für die Lehre der Politik.

Wir haben ein „gutes Fundament an unserer Schule, die Schüler können differenziert über Politik nachdenken“. Ich denke, diese Erkenntnis ist sehr wertvoll, denn das ist eins der Dinge, die unsere Schule auszeichnet.

Jedoch regt Fabian einen Workshop der Politik an unserer Schule an: Ganz im Sinne von „TRO“ (Tage Religiöser Orientierung), entwickelte Fabian die Tage der Politischen Orientierung. Das Ziel ist das Vorstellen und Kennenlernen verschiedener Parteien und deren Programme, unterstützt von kommunalen Politikern, die als Gastredner eingeladenen werden, um ihre Partei an diesem Tag zu repräsentieren. Außerdem soll der Workshop von gemeinsamen Austausch in Form von Diskussionen geprägt sein. So lautet  die Theorie, dies sei bis jetzt nur der „Prototyp“, der in der Praxis noch keinen Platz gefunden hat, es aber vielleicht in Zukunft finden wird.

In seinem abschließendem Fazit regt Fabian die jungen Leute nochmals an: Seid interessiert, haltet die Augen auf und informiert euch, durch Nachrichten etc., denn nur durch eine pluralistische Gesellschaft kommen wir zu einer differenzierten Gesellschaft, die in der Lage ist, ein gemeinsames politisches Gebilde auf die Beine zu stellen.

In diesem Sinne, seid aktiv, beteiligt euch und versucht euch ständig auf dem Laufenden zu halten!

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