Abiturentlassung

Abiturientia 2020: „Wir gehen mit Stil!“ – Feierlicher Abschluss auf dem Klosterhof in Mariengarden
Lange gab es viele Fragezeichen rund um das wie und wo der Abiturentlassfeier auch am Burloer Gymnasium. Die kurzfristig beschlossene Open-Air-Variante der Entlassfeier am Samstag zwischen mächtigen Bäumen vor dem Forum Mariengarden, bei strahlendem Sonnenschein und unter Einhaltung des Abstandsgebotes wurde schließlich dem nun geradzu prophetischen anmutendern Abiturmotto: „Wir gehen mit Stil!“ sogar besonders gerecht: Während die Abiturienten mit ihren Angehörigen in Viererreihern auf dem bestuhlten Schulhof Platz fanden, saß das Lehrerkollegium rechts und links eines langen roten Teppichs vor der Bühne Spalier und konnte jedem einzelnen seiner Schützlinge auf dem Weg zur Zeugnisübergabe noch einmal freudig applaudieren.


Den Auftakt der von Abiturientinnen musikalisch mitgestalteten Feier bildete ein Wortgottesdienst mit dem Klosteroberen P. Martin Wolf O.M.I. Der schlug in der Ansprache im Jubiläumsjahr den Bogen von der Gründung Mariengardens an scheinbar unvorteilhaftem Ort vor genau 800 Jahren bis zu den Oblaten und ihrer Glaubensbotschaft, die auch die Abiturienten immer wieder erfahrenhätten: die Bereitschaft „mehr zu geben als herauszuholen“ – weg von der selbstbezogenen Frage »Was bringt`s mir?« hin zu einer Haltung der Hingabe und Beharrlichkeit, wie sie auch die Oblaten in ihren Gelübden versprechen.
Die Jahrgangsstufenleiter Otto Brackhan und Christian Reisener, beide auch Sportlehrer, nahmen in ihrem humorvollen Rückblick auf gemeinsam Erlebtes besonders auch das diesjährige sportliche Abitursymbol der „Abiletten“ in den Blick – ein Wortspiel auf die bekannten Badelatschen, die beide später von ihren Schülern geschenkt bekamen. So markiere der Abschluss – wie das Tragen der Latschen beim Sport – nun eine Phase der Entspannung, bedeute aber hier wie dort auch die Zeit der Vorbereitung auf neue Herausforderungen und Aufgaben. Sie lobten ihre Schüler ausdrücklich für Teamgeist und Einsatzbereitschaft. Immer wieder in ihrer Schulzeit hätten sie dabei auch gezeigt und erlebt, dass Menschlichkeit, Demut und Toleranz oft viel wichtiger seien als die nimmersatte Sportdevise des „höher, schneller, weiter“.
Elternvertreterin Agnes Wennemar verband ihre Glückwünsche an die Absolventen und den Dank an die gesamte Schule für die 8-jährige Ausbildung und die so stimmungsvolle Abschlussfeier trotz widriger Umstände mit einem wehmütigen persönlichen Gedanken daran, dass das Abitur auch für die Eltern einen Abschied von dieser Schule darstelle. Die Stufensprecher Laureline Sarrazin und Till Kutschki sahen sich derweil nun im gänzlich unerwartet verlaufenden Finale einer spannenden Serie „mit 8 Staffeln à 365 Folgen“. Gerade das, so auch Schulleiter Michael Brands mit Blick auf die turbulenten letzten drei Monate, sei schon jetzt eine durchaus wertvolle Erfahrung: dass das meist so durchstrukturierte und organisierte Leben letztlich doch immer nur bedingt planbar sei.
Und mit der Empfehlung, auch dann nicht in Panik zu verfallen, verknüpfte er das noch zwei Tage zuvor in einer Abiturprüfung thematisierte Gedicht „Zuversicht“ von Ludwig Tieck, in dem es unter anderem heißt: „Laß Sorgen sein und Bangigkeit / Ist doch der Himmel blau […] Wer weiß, wo dir dein Glücke blüht /So geh und such es nur.“
Zwar ohne Handschlag, aber verbunden mit herzlichen Segenswünschen für jeden einzelnen der 102 Absolventen schloss die Feier in diesem Jahr mit der Übergabe der Abiturzeugnisse.

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