European Festival Science on Stage 2019

Bereits im letzten Jahr hatte Ulrike Hölting vom Gymnasium Mariengarden beim nationalen Festival in Berlin mit ihrem Projekt „Alles im grünen Bereich“ die nationale Ausscheidung gewonnen und durfte nun als Teil der deutschen Delegation nach Cascais, Portugal fahren. Hier schildert sie ihre Eindrücke von den Tagen in Portugal.

Mittwoch 30. Oktober 2019

4 Uhr morgen, schon aufopferungsvoll, Fahrt nach Eindhoven, einchecken, Airport Lissabon, Schnellzug nach Cascais, 15 Uhr Ankunft, dann Strand und etwas Sonne genießen , der Plan geht voll daneben, es regnet, stürmt, man sieht nichts.

Donnerstag 31. Oktober 2019

Es geht los, der Aufbau kann beginnen. Der Koffer ist schwer, das Zentrum noch leer, die Stände gleichförmig, kahl, alles etwas steril. Allmählich wird es voller, es scheppert, Plakate werden entrollt, man leiht sich eine Schere vom Stand gegenüber, kommt ins Gespräch, es läuft.

Freitag 1. Nov.

Oben, das ist Sean, er hat den Stand neben mir und unterrichtet seit 16 Jahren Mathematik, Technik/Physik und manchmal auch etwas Chemie in Irland. Sean ist nett, er lacht immer, ein Riesenbaby. Er hat eine Fülle von Experimenten aufgebaut, die ich auf den ersten Blick nicht verstehe und auch das Plakat „ Modelling density und pressure through particel theory“ sagt mir recht wenig. Drei Tage Fair sind lang, da kommt man ins Gespräch und kann sich an die Sprache von Sean gewöhnen, rudimentär erinnert sie an Englisch. Der Funke springt über, als ich unter allen aufgebauten Experimenten sein Osmose-Modell sehe. Low cost natürlich, ich zeige ihm ein Foto von meinem Modell, dass ich immer benutze, erkläre, wir reden und reden und das Verstehen fällt nicht mehr schwer.

Dann geht es zu einem Workshop „Escape Room“. Hört sich doch spannend an. Wir müssen verschiedene biologische Aufgaben lösen, um einen Täter zu entlarven. Nette Sache, gefällt mir sehr, frage nach, wieviel Zeit die Vorbereitung für diesen Workshop (knappe 60 Minuten) gedauert hat. Die Antwort gefällt mir nicht mehr.

Abends dann Kais Restaurant, eine Wahnsinnslocation in Lissabon, eingebauter Wasserfall, in Nischen eingepflanzte Bäume, Platz für 450 Leute, Blick auf Tejo und Christo, 15 Gänge Essen inklusive Vino, der Tag hätte schlechter laufen können.

Samstag 2. Nov. 2019

Open Day, es füllt sich nur zögerlich, kein Wunder bei den Eintrittspreisen. Dafür haben die Mitglieder der anderen Delegationen nun mehr Zeit, sich umzuschauen, die Belgier laden mich ein, mein Projekt im nächsten Jahr in Belgien zu präsentieren, die Iren wollen es veröffentlichen und die Schweden daraus einen Workshop an der Universität Stockholm etablieren. Mal sehen, was davon zum Tragen kommt. Vieles wird ja auch nur so dahin gesagt. Abends dann das totale Kontrastprogramm zu gestern, nun geht es in das kleinste Restaurant der Stadt, handgemachte Nudeln, Superservice. Die Kollegen, alles Mathematiker, entscheiden sich – rein aus fachlichen Gründen – Europas größtem Casino noch einen Nachtbesuch abzustatten.

Sonntag 3. Nov. 2019

Erstaunlich schon wieder ist alles vorbei. Ein letztes Mal wird präsentiert, dann die Abschlussveranstaltung mit der Preisverleihung. Sie machen es nett und vor allen Dingen kurz. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, die Preise gehen dennoch an andere.

Dann beginnt der Abschied, Umarmung hier, E-Mail Austausch da, den Stand abräumen, alles da lassen, was man nicht mehr braucht. Passend zum Ende scheint zum ersten Mal die Sonne in Portugal. Wir laufen etwas am Strand entlang, bummeln durch die Altstadt. Science on Stage ist vorbei.

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